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13. Sehnsucht nach Liebe

Sybille

„Denn wer liebt, ist voller Sehnsucht und findet nie ruhigen Schlaf, sondern zählt und berechnet die ganze Nacht hindurch die Tage, die da kommen und gehen“ 

Aus: „Yvain“ von Chrétien de Troyes (1140-1190 


Wir Menschen wollen lieben, damit sich unsere Sehnsucht erfüllt. 


Je nach Objekt der Liebe kann unterschieden werden zwischen Selbstliebe, Partnerliebe, familiäre Liebe, Nächstenliebe, Objekt- und Ideenliebe, Gottesliebe und der objektlosen Liebe. Für christliche Mystiker wie Meister Eckhart benötigt die Liebe als Grundhaltung kein Objekt. Liebe wird hier als bedingungsloses Öffnen verstanden. 


Aus psychoanalytischer Sicht ist die Liebe „ein Versuch, den Idealzustand des bedingungslosen Akzeptiertwerdens, das heißt einer vollständigen narzisstischen Befriedigung. Dieser Idealzustand ist jedoch ebensowenig wiederzuerlangen, wie es unmöglich ist, in das Paradies zurückzukehren, aus dem wir vertrieben wurden.“

Wo dieses Paradies gewesen sein könnte - dazu morgen mehr.


Die Musik des Tages ist ein Stück aus Schuberts Oper "Alfonso und Estrella, D. 732.


Alfonso und Estrella ist Schuberts einzige durchkomponierte vollständige Oper. Für Kurt Pahlen stellt sie damit eine „wichtige Etappe auf dem Weg von der deutschen Spieloper zum Musikdrama“ dar. Es gibt keine gesprochenen Texte mehr. Stattdessen entstehen längere „dramatisch-musikalischer Bildungen“, die bereits auf die Technik Wagners hinführen. Die Arien sind liedhaft gestaltet und verzichten auf jegliche Virtuosität. Die verschiedenen Personen werden durch die Instrumentation und die Melodik charakterisiert. Auch mit diesen Vorläufern von Leitmotiven nimmt Schubert bereits Wagner vorweg.


Hier die Arie des Alfonso, gesungen von Jonas Kaufmann:

"Schon, wenn es beginnt zu tagen,

wird in mir die Sehnsucht wach;

Vögel fliegen, Wolken jagen

und mein Herz will ihnen nach."






 
 
 

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