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16. Saudade

Sybille

Die Portugiesen sagen: Saudade ist so gut wie unübersetzbar. Man kann sie umschreiben, aber mit Sicherheit nicht in ein Synonym zwängen. Übersetzt man sie mit Fernweh, kommt man ihrer Bedeutung vielleicht nahe, trifft aber nur einen kleinen Teil ihrer Wirkung.

Saudade beschreibt ein Gefühl, oder ist Sammelbegriff für mehrere Gefühle ähnlicher Ausrichtung. Sehnsucht, Melancholie, Schmerz, Nostalgie, Einsamkeit.

Die Entstehung des Wortes Saudade soll in der Zeit zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert liegen. Die Portugiesen beanspruchen es für sich und führten es in der Verbindung mit ihren unzähligen Welt-Entdeckungsreisen und dem damit verbundenen ständigen Abschied-Nehmen zu einer ersten großen Blüte. Den zentraleren Europäern könnte der Begriff Lamento näherstehen. Wir alle kennen die Wirkung des Lamentierens, des Leidens um des Leidens willen. Und wissen, dass es uns danach meist besser geht…

Saudade ist das zentrale Thema in der letzten erhalten gebliebenen europäischen Stadtmusik, dem portugiesischen Fado. Darin vermischt sich die Gefühlswelt der Saudade mit berührendsten Texten zu einem Musikstil, in dem all dieser Schmerz herausgeweint, ja „herausgeschrien“ wird. 



Zu hören als heutige Musik: Camané, einer der bekanntesten männlichen Fadistas der neueren Generation mit "Sei de um rio"






 
 
 

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